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Was PickPock so ausbrütet... Folge 20

Was ist das doch für eine Überraschung, was sich in einem Nestlein oder einem Eilein befindet! "Pock - Pock - Pock!" Völlig begeistert sehen Rotkehlchen und PickPock in ein dunkles Löchlein im Ei. Die meiste Zeit hatte PickPock darauf gesessen und gebrütet, da das Ei doch sehr groß für Rotkehlchen war... Nun passiert eine zeitlang gar nichts. Verwundert gucken die beiden sich an. "Vielleicht braucht es eine Pause, so vor dem Schlüpfen", meint PickPock. "Kann ich mir gut vorstellen!", stimmt Rotkehlchen zu. "Bei so einer dicken Eierschale..."
Und tatsächlich knackst nach einiger Zeit plötzlich die Eierschale und heraus windet sich... "Ein Entlein!" flüstert PickPock begeistert. "Ein Schnütchen!", lacht Rotkehlchen und bewundert das breite Schnäbelchen. Ein genauso breites Quaken entfährt dem Schnütchen. "Schnutino!", entfährt es den glücklichen Kükeneltern. Wie lange hatten sie sich Gedanken über einen passenden Namen gemacht! Und nun ist er ihnen zugeflogen. "Ist es überhaupt ein Schnutino? Oder eher eine Schnutina?" Sie kennen sich mit Entenküken nicht gut aus. "Egal: Wir nennen es Schnut. Und als Spechtnamen dann mal Schnutino mal Schnutina mal Schnütchen..." Schnut guckt sie zärtlich an.
Die Tage vergehen und Schnütchen wird zum Schnut, so schnell wächst es! PickPock und Rotkehlchen staunen, was alles in so ein Schnütchen passt. Die Spechthöhle wird langsam eng. "Verspechtet noch mal!" schimpft Rotkehlchen eines Morgens ganz spechtlike. Sie kommen kaum noch in die Höhle hinein, selbst einzeln nicht. Schnutino schläft inzwischen allein. Zur FutterZeit lugt es aus dem BirnbaumLöchlein und quakt hungrig. "Es wird wirklich Zeit", stimmt PickPock zu. "Weißt Du was? Wir bringen Schnutino in den Bürgerpark. Zum Ententeich. Da kann es schwimmen und tauchen und sich sein Futter selbst aussuchen." "Und mit den anderen Entlein spielen", freut sich Rotkehlchen. "Genau! Verspechtet noch mal!" piept Schnutino. PickPock und Rotkehlchen staunen nicht specht: Es hat also doch schon bisschen ihre Sprache gelernt! "Es geht doch nichts über Fremdsprachen lernen" hätte Picus Philosophicus gepockt. Und wo der Specht Recht hat, hat er Specht!

Aber wie bringen die beiden das kleine Schnütchen vom Ateliergarten in den Bürgerpark? Das könnt ihr in der nächsten Folge am nächsten Sonntag nachlesen...

PickPock macht Ferien - Folge 21

"Aber wie bringt ihr Schnütchen denn in den Park? Etwa im Schnabel wie ein Pelikan die Fische?" lacht eine besonders freche Lachmöwe, die über dem Ateliergarten ihre Runden fliegt und die Diskussion mitgehört hat. "VerpickDich!", ruft PickPock wütend, der gar nicht haben kann, wenn Vögel blöde Witze über seine neue Familie machten. Die Möwe lacht ihn nur aus. Bilchi greift ein und ruft dazwischen: "Ich flechte euch ein Netzchen! Ich weiß wie das geht. Vertraut mir!"

Und tatsächlich fliegen PickPock und Rotkehlchen noch am frühen Abend mit Schnutino im Netzchen an den Ententeich im Bürgerpark. Hier möchten sie mit ihrem Küken Ferien machen! Denn wie sollte es denn in seinem liebsten Element, dem Wasser, zurecht kommen, wenn es in einer BirnbaumHöhle aufwächst? Bilchi, die geschickte Haselmaus, hatte Schnutino wirklich ein wundervolles Netzchen aus reißfesten Halmen geflochten. Und darin fliegen Rotkehlchen und PickPock Schnutino nun in den Park. PickPock trägt das Bündel im Schnabel und Rotkehlchen piepst beruhigend auf Schnutino ein. Einige freche Jungspechte im Park bekommen einen spechten Lachanfall, als sie PickPock so daher kommen sehen: "Was bringt denn der Storch heute für Küken heran?" kreischen sie und fliegen PurzelFlüge vor Lachen. Aber PickPock ist so aufgeregt, dass er nicht auf sie achtet.
"Spechtakulär!", ruft jetzt hingegen begeistert sein Großvater TickvonTock. "Das nenn ich mal ne SpechtAktion!" Fasziniert betrachten PickPock und Rotkehlchen schließlich wie ihr Entenküken im PockKommaNichts im Wasser schwimmt: Ganz ohne Schwimmstunden! Es ist einer der längsten und hellsten Tage im Jahr und sie genießen die laue Abendluft. PickPock fliegt die umliegenden Bäume ab und findet ein passendes altes Spechtloch, das er noch ein wenig pickpockt bis es zu einer gemütlichen SchlafHöhle geworden ist. Schnutino möchte heute schon auf der Enteninsel mit paar Freunden übernachten. Vom SchlafLoch aus können Rotkehlchen und PickPock auf die Insel sehen und das fröhliche Geschnattere hören. Bis es schließlich immer leiser wird...

Was die drei in den Ferien erleben, könnt ihr im September zum Ende des Sommers lesen... Bis dahin wünschen euch die PickPockFamilie und das KunstAtelier einen wunderbaren Sommer voller Kreativität und Muße! Vielleicht kommen einige von euch ja auch in einen der FerienKurse, wo ihr die ganzen PickPockLöcher im Birnbaum bestaunen könnt...

Hier irrt PickPock - Folge 19

"Nein", kichert Rotkehlchen, "Das ist bestimmt kein PfauenEi..." PickPock guckt erstaunt. Inzwischen ist er nämlich sicher, dass es sich um ein PfauenEi handelt. So ein großes Ei! Seit über eine Woche brütet er nun schon. Und MildevonEich meint, es dauert nicht mehr lange bis zum Schlüpfen. Und noch ist kein Vogelpaar erschienen, um es zu adoptieren. Sie waren im Park herumgeflattert und hatten Werbung gemacht. Aber die anderen Vögel hatten schon alle Schnäbel voll zu tun, ihre Küken zu versorgen. Dieses Ei ist nicht nur groß, es ist auch spät dran, denkt PickPock. Und jetzt meint Rotkehlchen so nebenbei, es handele sich gar nicht um ein Pfauen- sondern um ein EntenEi. Und MildevonEich bestätigt es.
PickPock hatte Rotkehlchen von seinem Traum erzählt, dass er und sie doch ein Ei adoptieren könnten. Ein Paar waren sie inzwischen sowieso schon! Rotkehlchen hatte begeistert zugestimmt. Und Bilchi, die Hauselmaus, hatte schon eine ÜberraschungsParty im AtelierGarten geplant. Das war jedenfalls zu PickPocks SpechtOhren gekommen. Und nun hatte Rotkehlchen genau dieses wunderschöne Ei zur Adoption vorgeschlagen. Es war beiden schon sehr ans Vogelherz gewachsen. Ab und zu hörte PickPock es innen im Ei pickpocken, ganz spechtisch! Aber PickPock hatte bis gerade eben gedacht, es wäre ausgeschlossen, so einen großen Vogel wie einen Pfau heranzuziehen. Und jetzt sieht plötzlich alles ganz anders aus, denkt PickPock gerührt. Ich bin so überzeugt gewesen, habe mich aber spechtlich geirrt. PickPock gibt nur ungern Fehler zu. Das hatten seine Freunde schon oft bemerkt.
"Nun bleibt nur noch die Frage, wie wir das Ei in unsere Bruthöhle im Birnbaum bringen!", denkt Rotkehlchen laut. An der Bruthöhle hatten beide schon tagelang gearbeitet. Immer abwechselnd, wegen der Brutschichten in der Kükenklappe. PickPock hatte das Loch kräftig in den Baum gepickpockt. Und Rotkehlchen hatte die Höhle mit Moos, weichen Blättern und Federn ausgekleidet. Bilchi benutzte die herabfallende Späne für den eigenen Bau.
Naja, bleibt die Transportfrage, denkt PickPock gerade, als MildevonEich mit Eyinthesky, dem Habicht ankommt. "Nein!", entfährt es PickPock. Ein Raubvogel sollte ihr geliebtes Ei in seine Klauen nehmen und durch die Lüfte entführen? ENTFÜHREN! Denn der war doch auf ihr Ei erpickt! "Doch!", entgegnet MildevonEich entschlossen."Es wird höchste Zeit, und Eyinthesky könnt ihr vertrauen." Schon ergreift der Habicht mit seinen großen Klauen das Ei durch den Eingang der Kükenklappe und erhebt sich in die Lüfte, hoch in the sky... Wie gut, dass es so eine dicke Schale hat, denkt PickPock noch, halb erpockt vor Angst. Rotkehlchen tschilpt ihm beruhigend ins Ohr: "Abwarten." Dann fliegen sie aufgeregt zum AtelierGarten. "Viel Glück!", ruft MildevonEich hinterher.
Spät am Abend kuscheln Rotkehlchen und PickPock sich glücklich anEinander, unter sich ihr wohlbehaltenes Ei. Es ist warm in der BrutHöhle, und auch ein bisschen feucht, denn draußen regnet es. Der alte Birnbaum ist schon morsch, sodass etwas Feuchtigkeit durch die Rinde dringt. Ein bisschen zweifelt PickPock noch, ob nicht doch ein Pfauenküken schlüpfen wird. Aber seine EiKenntnisse sind trotz vieler MuseumsBesuche mit TickvonTock eben nicht perfekt. Mit seinen Befürchtungen gegenüber Habicht Eyinthesky hatte er sich jedenfalls gründlich geirrt...

Was die beiden da wirklich ausbrüten, erfahrt ihr in der Folge am nächsten Sonntag. Und unterliegt PickPock nicht einer Augentäuschung, weil er das Ei für sich allein sieht und nicht wie im "Museum" im Vergleich zu anderen? Seht unter "Ideen" nach, da könnt ihr auch eine Augentäuschung betrachten!

PickPock lernt brüten - Folge 18

Nach seiner GartenPiraterie ist PickPock richtig müde und gönnt sich eine kleine Pause in seiner Wohnhöhle im Birnbaum. Als er dann am späten Vormittag in den Bürgerpark fliegt, trifft er seinen Großvater TickvonTock, den Kunstsammler. Aufgeregt erzählt dieser von einer wunderschönen EierSammlung. Natürlich sind es leere Eierschalen, aus denen die Küken schon vor SpechtZeiten geschlüpft sind.
"Stell dir vor!", ruft TickvonTock schon von weitem, "KlinkvonKlonk hat mir seine spechtweitbekannte Eiersammlung vermacht!" KlinkvonKlonk ist ein nicht nur im Park berühmter MusikerSpecht, der an Regenrinnen, Rohren und anderen metallenen Objekten seine Trommlereien vollführte. Specht kann sagen, dass es sich um eine Himmelberühmtheit handelt: Denn die KlinkKlonkereien und Trommelwirbel von KlinkvonKlonk waren kilometerweit zu hören gewesen! Nun war er in hohem Alter in den SpechtHimmel entflogen. Daran glauben jedenfalls die meisten Spechte und Vögel, die den blechernen Klang seiner Kompositionen noch im Ohr haben.
Interessiert fliegt PickPock mit seinem Großvater TickvonTock zur Sammlerhöhle des großen Musikerspechts. TickvonTocks Kopfkappe ist dunkelrot vor Aufregung, als er PickPock die spechtakuläre Eiersammlung vorführt. Was waren das für Formen und Farben! WinzlingsEier von Zaunkönigen und riesige SchwanenEier. Eier mit Punkten oder Sprengseln, rund oder länglich. "Ist das nicht spechtakulär? SPECHTAKULÄR!" wiederholt TickvonTock immer wieder fassungslos vor Freude.
ZumSpechtnochmal, flucht PickPock plötzlich vor sich hin. Für heute Mittag hatte er sich doch zu einer BrutSchicht in der Kükenklappe eingetragen. "Ich muss los! Zu einer anderen Eierhöhle!" erklärt er dem Großvater, der vertieft und verliebt seine neue Sammlung betrachtet.
PickPock kommt gerade noch rechtzeitig in die warme Höhle mit den Waiseneiern. MildevonEich, eine erfahrene Eichelhäherin, mustert den Jungspecht eine Weile von oben bis unten, was PickPock schon unangenehm wird, als sie freudig ausruft: "Ja, das da hinten ist genau die richtige Größe für dich. Es ist gerade erst in unserer Kükenklappe abgegeben worden." Ein ziemlich großes, helles Ei mit ziemlich glatter, dicker Schale liegt in einer Höhlenecke auf weichen Flaumfedern. PickPock ist ganz aufgeregt. Seine erste Brutstunde! Und gleich so ein majestätisches Schwanenei. "Bevor du dich auf das Ei setzt, nimm bitte noch ein Bad", sagt MildevonEich. Geht das nicht ein bisschen zu weit?, denkt PickPock, Jetzt auch noch ein ExtraBad... "Die Feuchtigkeit beim Brüten ist genauso wichtig wie die Wärme. Gerade bei Eiern von Wasservögeln", erklärt MildevonEich, "deswegen feuchten wir zwischendurch unser Gefieder immer wieder an." Achso, PickPock ist beruhigt. Nach einem sehr kurzen Bad am Teichrand (er hasst eigentlich Wasser!) ruckelt er sich auf dem Ei zurecht und MildevonEich wirkt sehr zufrieden mit ihm. "Ich komme später vorbei und zeige dir, wie man das Ei ab und zu dreht."
So ein Schwan!, freut sich PickPock. Was so viel heißt wie "so ein Schwein". Gleich als erstes ein Schwanenei! Aber adoptieren können Rotkehlchen und er dieses hier nicht. Wie sollen sie denn so ein RiesenKüken in einer Spechthöhle aufziehen? Die Stunden während des Brütens verfliegen im Nu. Und PickPock hat Zeit zu meditieren und über das Leben zu philosophieren...

Was PickPock während des Brütens ausbrütet..., das erfahrt ihr in den nächsten Folgen: immer sonntags in diesem Blog! Und weitere kreative Ideen findet ihr unter "Ideen" auf der homepage vom KunstAtelier Exprimendi!

PickPock streut nicht nur Ideen! - Folge 17

Nach der aufregenden Demo gestern hatte sich PickPock stundenlang auf seinem FlaumFederSofa herumgewälzt und nicht schlafen können. Und als er dann doch wegsackt, dann um in wildesten Träumen halb als Zorro, halb als Batman durch wild gewordene Vogelscharen zu flattern. Und alle wollen was von ihm!
Völlig durchpockt erwacht er früh am Morgen. Und fragt sich, wie spät es wohl sein mag. Vier Schläge einer Glocke zählt er. An der würde er auch gern mal pickpocken: Was für ein Klang wäre das! Ächz! lässt er sich zurück in sein Federkissen (und er hat wirklich eines!) sinken. Aber er kann kein Spechtauge zudrücken. Auch mit Schnabel tief in den Flügel gegraben wird das heute Morgen nichts mehr. Also - Morgenstund hat Wurm im Mund - verlässt PickPock sein Wohnloch im Birnbaum und muss aufpassen, sich nicht in den riesigen Blüten des HahnenFußGewächses zu verheddern. Wie wäre es, wenn diese Halka mal ein bisschen die Pflanzen auf Abstand halten würde. Der Garten gleicht ja einem Dschungel!
Andererseits wimmelt es hier von leckeren Insekten und kleinen Vögeln, die den Schnabel aufsperren... Da fallen PickPock wieder die Protestideen ein, die sie gestern Abend noch ausgeheckt hatten: So viel Nester wie möglich in Bäumen und Sträuchern bauen, damit niemand wagte, sie zu fällen; sich überall immer mal blicken lassen und auf sich aufmerksam machen; Biber noch mehr Biberburgen bauen; Eichhörnchen wollen auf Fensterbänken toben und Kinder von ihren Kletterkünsten begeistern: Die Kinder sind sowieso auf ihrer Seite - vielleicht können sie die Erwachsenen noch überzeugen, die Natur mehr zu achten!
Die Ideen hatten nur so gesprudelt. Und es waren auch richtig verrückte darunter. So wollte PickPUNK versuchen, betonierte Flächen aufzupocken... Eichelhäher sollten dann Eicheln, Nüsse, Samen usw. auf den unbebauten Stellen verteilen und so aussäen.
Die frische Morgenluft tut PickPock richtig gut, als er rüber zum Bürgerpark fliegt. Er guckt gleich bei PickPUNK vorbei, der noch in einer der KunstsammelHöhlen von TockvonHick wohnt. PickPUNK ist auch schon wach, weil er am Vortag den halben Tag verschlafen hatte. Zusammen fliegen sie zur Ringelbar am EmmaSee und stärken sich in der aufgehenden Sonne mit "Original TockvonHicks Birkensaft". Die Sonne hat schon richtig Kraft als sie sich zum EichelhäherTreff im Eichenwäldchen aufmachen. "Wir nennen uns jetzt "GartenPiraten" kreischen ihnen die Eichelhäher fröhlich entgegen. PickPUNK erzählt von seinen Aussaat-Ideen. "Samenkugeln, Samenkugeln!" kreischen die Eichelhäher begeistert.
PickPock ist fast ein bisschen neidisch. Er würde auch gern Samen streuen! Aber da kommt ihm eine neue Idee: Er und die anderen Spechte könnten doch Samenkapseln vorsichtig von Stängeln abtrennen, auf Grün- und Erdstreifen bringen und mit dem Schnabel anpocken: Dann springen die Kapseln auf und die Samen fallen heraus! Gedacht, gesagt, gepockt! Zum Glück ist es noch so früh, dass kaum Verkehr auf den Straßen ist, als sie losziehen und ihre Beute streuen...

Ihr erinnert euch vielleicht, dass PickPocks Vater ein Grünspecht und Ökologe ist. Er zeigt den JungSpechten, welche Samen gut keimen. Und wenn ihr auch mitmachen wollt als "Gartenpiraten", lest unter "IDEEN" auf der homepage nach, wie ihr "Samenkugeln" selbst machen könnt!

Familie: Picus Artisticus - Folge 14

„Pickedipocke im Hirn?“, kichert Rotkehlchen, „Ich lach mich ringelig!“ Sie sitzt mit PickPock auf einem AhornAst und kann sich kaum krallen, also halten vor Lachen. Am dicken Stamm ringelt Urgroßvater TockvonHick eine neue Saftbahn: Immer schön ein Loch nach dem anderen rund um den Stamm herum. Nachdem sie gestern zusammen bis in den Sonnenuntergang hinein geturtelt hatten wie die romantischsten Ringeltauben, hatte PickPock selig geschlafen. Und gleich am nächsten Morgen war Rotkehlchen ihn im Ateliergarten abholen gekommen. Erst gegen halb acht, mit Rücksicht auf sein Langschläfertum. Dann hatte ihr PickPock von seinem Urgroßvater, TockvonHick erzählt, einem der besten Ringler im norddeutschen Raum. Und sie waren zur RingelBaustelle in den Bürgerpark geflogen.

Hier sitzen sie nun und sehen dem fleißigen SaftBahnschlagen zu. TockvonHick duldet keine Hilfe. Beim Aussuchen einer neuen Vogelbar geht er mit äußerster Vorsicht vor. Er benutzt sein altes Stetoskop aus seiner Zeit als Dr. med. von Tick. Und horcht die Baumstämme nach gut fließenden Saftbahnen ab. „Plätschert und gluckert es tief im Stamm, baut der Ringler seinen Damm.“, kommentiert TockvonHick. „Fürs Ringeln dann keine Eile, gut Ding braucht ne Weile“, fügt er hinzu und wendet sich an die kichernden Urenkel. Rotkehlchen hat er gleich ins Spechtherz geschlossen, sodass sie für ihn schon zur PicusFamilie gehört. „Hinten in der alten Buche, liest mein Freund gleich aus dem Buche: fliegt hin im Nu und hört ihm zu! Nach dem Studieren dürft ihr auch den Saft probieren.“

In der Buche trommelt der Picus philosophicus Kant im Original. „So gut bin ich noch nicht im Trommeln“ flüstert Rotkehlchen PickPock zu. „Ich habe noch nicht sooo viele Trommelstunden bei Picus maestrus genommen, um Kant zu verstehen. Das sind zwei besondere Spechtarten, die in PickPocks großer Familie selten vorkommen. PickPocks Familie hat eher einen künstlerischen und einen medizinischen Zweig. Dabei fällt PickPock wieder seine Geschenkidee für Rotkehlchen ein. Er würde ihr eine wunderschöne, übersichtliche Ahnentafel pickpocken. In der er Platz für Rotkehlchen und ihr Kleines lassen würde. Er musste nur noch einen geeigneten breiten Stamm finden. "Eine jede Handlung ist recht, die oder nach deren Maxime die Freiheit der Willkür eines jeden mit jedermanns Freiheit nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann.", übersetzt PickPock für Rotkehlchen in Vogelsprache. Uff, ja, da haben sie wieder "Futter" zum Nachdenken, Trommeln und Zwitschern! Und fühlen sich ganz frei, als sie über den Park fliegen...

Was PickPock als nächstes erlebt, könnt ihr nächsten Sonntag nachlesen! (Da ich einige Webinare vorzubereiten habe und auch im Atelier immer so viel zu tun ist, gibt es ab jetzt nur jeden Sonntag eine Folge.) Und unter "Ideen" auf der homepage erfahrt ihr etwas zu "Ahnentafeln"...

Quelle des Zitats: Immanuel Kant (1724 - 1804, deutscher Philosoph), Die Metaphysik der Sitten, 1797. Erster Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre

TockvonHick ringelt - Folge 13

"Was ist es hier denn so leise? - Ich hör nicht mal ne Meise! Haben wir nen Shutdown im Parctown?" fragt TockvonHick, der eigentlich TockvonTick heißt. Wie ihr euch vielleicht erinnern könnt, ist der Spitzname von PickPocks Urgroßvater vonHick. Denn er - nun ja - er gilt eben als Schluckspecht. Das rührt von einem alten Vorurteil her, dass manche Spechte als ständig trunkene Schluckspechte bezeichnet werden, nur weil sie besonders gut Ringeln. So nennt man das Anschlagen von Saftbahnen, aus denen der köstliche Saft quillt. Das ist jetzt im Frühjahr die beste Zeit für's Ringeln, weil in den Baumrinden der süße Saft steigt. Aber dieser Saft ist frisch und unvergoren: also torkeln die Spechte nicht trunken vor Säften herum! Und auch die Angewohnheit zu reimen, ist nicht auf das großartige Ringeln von Urgroßvater vonHick zurückzuführen.
Tatsächlich ist es gerade besonders still im Bürgerpark. PickPock war zu TockvonHick geflogen, nachdem er sich von Rotkelchen verabschiedet hatte. Und gemeinsam durchfliegen sie jetzt den Park, bewundern die blühenden Bäume. "Es ist doch Brutzeit", fällt PickPock ein, "da sitzen die meisten gerade auf ihren Eiern." "Au weia, au weia, der Hahn legt keine Eia", singt vonHick vergnügt. Er ist ein lustiger, verrückter Specht, der als Vogel- und Spechtarzt schon viele Leben gerettet hat. Seitdem er aus Altersgründen nicht mehr praktiziert, möchte er auch nicht mehr Dr. med. genannt werden. Er freut sich aber sehr, dass seine Schwiegertochter Dr. med. TickvonTock seine Praxis übernommen hat. TockvonHick widmet sich jetzt der Heilpraktik und legt Lebensbahnen an, wie er die Saftbahnen nennt.
"Dem Specht, dem ist das Ringeln recht. Trinkt er den Saft, gibt ihm das Kraft! Schluckspechten wir den runter, bleiben wir gesund und munter! Wie wohlschmeckend sind diese Bahnen, das kann keiner vorher ahnen! Drum komm mit in die Bar, da schlürft die ganze Vogelschar!" Eigentlich war PickPock ja vorhin mit Rotkehlchen was Schlürfen gegangen, aber jetzt verspürt er schon wieder Hunger. Und diese Ringelbar an der Birke von TockvonHick war ganz besonders schmackhaft. "Leider ist es in diesem Jahr so trocken, da gibt es schlecht was zu pocken. Aber hier am Wasser, da fließt es um so nasser!" erklärt TockvonHick und schluckspechtet genüsslich. Und wo er Recht hat hatter Recht!, denkt PickPock wohlig.
Vom Birkensaft erfrischt muss PickPock wieder an Rotkehlchen denken: Wie soll er Rotkehlchen eigentlich von seiner ganzen Familie erzählen? Die ist so verzweigt und verrückt, da wird man doch ganz pickedipocke im Hirn! Aber er wäre ja kein Atelierspecht, wenn ihm nicht ständig neue Ideen kämen! Und da formt sich kurz vor seinem Nickerchen in seiner kleinen Schlafhöhle im Ateliergarten...

Welche Idee PickPock da ausbrütet, erfahrt ihr am Sonntag. Und wenn ihr jetzt auch Lust aufs Reimen oder Dichten bekommen habt, seht unter "Ideen" auf der homepage nach!