PickPocks Rückkehr - Folge 10

Auf dem Rückkflug in sein geliebtes Zuhause in Bremen überlegt PickPock, was sie mit dem wertvollen Katzenkraut anfangen könnten. Er kann sich nicht darüber mit PickPUNK unterhalten, da beide mit dem Kraut im Schnabel in die Morgendämmerung fliegen. Sie hatten sich den Strauß wieder aufgeteilt, weil das Kraut ganz schön schwer wird, wenn man so lange fliegt. Ohne sich abgesprochen zu haben, fliegen sie auf den Ateliergarten zu und landen auf den beiden alten Birnbaumstümpfen. Jetzt erst merkt PickPock die Müdigkeit in seinen Vogelknöchelchen aufkommen. Während sie andächtig dem anschwellenden Vogelgesang zuhören, kommt ihm eine Idee.
"Lass uns das Katzenkraut im Designergarten ablegen", schlägt er vor. Das ist ein Garten, der keine Bäume und keine Sträucher hat, keinen Rasen, nur Platten und lauter Gartenmöbel. Deswegen hatte Bilchi, die Haselmaus, den Garten verächtlich so genannt. "Da müssen die Menschen sich um keine Pflanzen kümmern und es sieht aus wie in ihren Wohnzimmern," hatte Bilchi geschimpft. Jedenfalls verirrte sich selten ein Vogel dorthin, aber Katzen liebten die weichen Kissen der Gartenschaukel. Dort konnten sie sich ruhig am Katzenkraut berauschen, fand PickPock. Und keinen Schaden anrichten: Vogelnester gab es eh keine. Nur quietsch-bunte Vogelhäuschen mit großen Einfluglöchern, die waren ja wohl eher Deko?
PickPUNK ist sofort einverstanden. Mit letzten Kräften fliegen sie rüber und lassen das Kraut auf die Schaukel fallen. Dann untersuchen sie die größten Baumlöcher im Birnbaum und suchen sich jeder eines aus. Atelierspechte sind in diesem Sinne sehr eigen und Einzelgänger. Zusammen in einem Nest zu schlafen, das war höchstens was für Paare zur Brutzeit. Ein kurzes "Schlaf gut" war noch aus ihren Löchern zu hören, dann nichts mehr. Nur das raue Schnarchen von PickPUNK, das sich wie die elektrische Säge der Nachbarin anhörte.
Bis zum späten Nachmittag schläft PickPock tief wie sonst nur in der Nacht. Als ihn ein leichtes Tippen auf der Schulter weckt. Er starrt erschrocken in die Knopfaugen von Bilchi. Gerade hatte PickPock einen Alptraum vom Zauberer gehabt, der ihn mit seinen großen Händen packen wollte. Deswegen ist er jetzt Bilchi sehr dankbar, dass dieser ihn aus dem Schlaf reißt. Aber da entdeckt er Tränchen in Bilchis Augen. "Meine Wohnung wurde unter Wasser gesetzt!" ruft Bilchi mit tränenerstickter Stimme und gräbt sein Gesichtchen in PickPocks dichtes Gefieder. PickPock rührt sich nicht. Bilchi ist so klein. Und sie kitzelt ihn. Dann steckt PickPock den Kopf aus seinem Spechtloch und entdeckt die Ateliertype Halka mit einem Wasserschlauch direkt unter ihm. Wenn die jetzt auch noch seine Höhle wässert!, fährt es ihm durch den Kopf. Aber da geht sie schon weiter, einen breiten Wasserfächer vor sich her tragend. Bilchi guckt ihn bittend an: "Was mach ich jetzt nur? Es ist überall so trocken und ich weiß nicht, wo ich eine neue Wohnung bauen soll! Hast Du vielleicht ein Löchlein für mich übrig? Oder baust eines für mich?"

Jetzt ist PickPock auf der Suche nach gleich zwei geeigneten Behausungen für seine Freunde. Wo und wie er die finden wird, verrate ich euch am nächsten Donnerstag. Und wenn ihr Lust habt, Behausungen aus Naturmaterialien zu bauen, dann seht euch ein paar Tipps auf der homepage unter "Ideen" an!

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